Keramikpfannen werden oft mit dem Versprechen verkauft, besonders langlebig, hitzebeständig und einfach zu reinigen zu sein. Das stimmt – zumindest am Anfang. Was viele erst nach einigen Monaten merken: Die Keramikbeschichtung verliert ihre Antihafteigenschaft schneller als erwartet, und meistens liegt das nicht am Material selbst, sondern daran, wie mit der Pfanne umgegangen wird.
Reinigung spielt dabei eine größere Rolle als vielen bewusst ist.
Was Keramikbeschichtung von anderen Beschichtungen unterscheidet
Im Gegensatz zu PTFE-Beschichtungen (Teflon) besteht die sogenannte Keramikbeschichtung nicht aus echtem Keramik, sondern meist aus einer sol-gel-basierten Siliziumbeschichtung. Sie ist härter als PTFE, aber gleichzeitig anfälliger für bestimmte Einflüsse – besonders für abrupte Temperaturschwankungen und für bestimmte Reinigungsmittel.
Ein Punkt, der oft übersehen wird: Keramikbeschichtungen sind mikroporös. Fette und Öle können sich über Zeit in diese winzigen Poren einlagern, sich dort zersetzen und die Oberfläche dauerhaft verändern. Das ist einer der Gründe, warum Keramikpfannen nach einer Weile kleben können, obwohl die Beschichtung äußerlich noch intakt wirkt.
Richtig reinigen im Alltag
Für die tägliche Reinigung gilt bei Keramikpfannen dasselbe Grundprinzip wie bei allen beschichteten Pfannen: Pfanne abkühlen lassen, dann mit warmem Wasser und einem weichen Schwamm oder Tuch abwischen. Mildes Spülmittel ist in Ordnung.
Was auf keinen Fall verwendet werden sollte: Scheuerpads, raue Schwämme, Drahtbürsten oder Scheuerpulver. Diese hinterlassen Kratzer in der Beschichtung, die zwar klein sind, aber die Oberfläche dauerhaft verändern.
Auch Metallspatel und scharfes Besteck sollten beim Kochen vermieden werden – weniger aus Reinigungsgründen, aber eng damit zusammenhängend: Kratzer, die beim Kochen entstehen, erschweren die Reinigung und beschleunigen den Verschleiß.
Eingebranntes ohne Druck entfernen
Wenn etwas in der Keramikpfanne angebrannt ist, ist die richtige Reaktion nicht Schrubben, sondern Einweichen. Etwas lauwarmes Wasser in die abgekühlte Pfanne geben, einen kleinen Spritzer Spülmittel dazu, und zehn bis zwanzig Minuten stehen lassen. Danach lösen sich die meisten Rückstände mit einem weichen Schwamm problemlos.
Bei hartnäckigeren Resten hilft es, das Wasser in der Pfanne kurz auf dem Herd zu erwärmen – nicht zum Kochen bringen, nur leicht warm werden lassen. Dann vom Herd nehmen, abkühlen lassen und erst danach nachwischen. Dieser kurze Wärmeschub löst festgeklebte Reste, ohne dass man mechanischen Druck braucht.
Eine Prise Natron im Einweichwasser kann zusätzlich helfen – es wirkt leicht basisch und unterstützt das Lösen von Fettrückständen. Niemals jedoch Natron oder Backpulver einkochen lassen, da die entstehende basische Lösung die Keramikbeschichtung bei längerer Einwirkzeit angreifen kann.
Verfärbungen – was steckt dahinter
Keramikpfannen neigen dazu, mit der Zeit bräunliche oder gelbliche Verfärbungen zu entwickeln, besonders im Bereich des Bodens. Diese entstehen durch eingelagerte Fettreste, die sich durch Hitze zersetzen und dunkel werden.
Leichte Verfärbungen sind rein optischer Natur und beeinflussen die Funktion der Pfanne nicht. Für hartnäckigere Verfärbungen kann man eine Paste aus Backpulver und wenig Wasser vorsichtig mit einem weichen Tuch einreiben, kurz einwirken lassen und abspülen. Das hellt die Oberfläche meist merklich auf, ohne die Beschichtung zu beschädigen.
Was dagegen wenig hilft: Essig oder andere Säuren. Anders als bei Edelstahl reagiert die Keramikbeschichtung empfindlich auf saure Reinigungsmittel, besonders bei regelmäßiger Anwendung.
Der Geschirrspüler – lieber nicht
Auch wenn viele Hersteller ihre Keramikpfannen als spülmaschinenfest ausweisen, ist der Geschirrspüler keine gute Idee für die Langlebigkeit. Die Kombination aus aggressiven Tabs, langen Programmen und mechanischer Belastung durch andere Geschirrteile setzt der Beschichtung zu.
Wer seine Keramikpfanne regelmäßig in die Spülmaschine stellt, wird nach einigen Monaten feststellen, dass die Oberfläche stumpfer wird und Speisen zunehmend anhaften.
Wenn die Pfanne trotz richtiger Pflege klebt
Das passiert – und es liegt in den meisten Fällen nicht an der Reinigung, sondern an eingelagerten Ölresten in den Mikroporen der Beschichtung. Ein Versuch, der manchmal hilft: Die leere Pfanne kurz bei mittlerer Hitze erhitzen, dann mit einem Küchentuch und etwas Öl kräftig ausreiben und das Öl anschließend vollständig abwischen. Dieser Vorgang kann die Poren kurzzeitig öffnen und alte Rückstände herauslösen.
Ob das dauerhaft wirkt, hängt davon ab, wie weit die Beschichtung bereits beansprucht ist. Bei einer Pfanne, die noch relativ neu ist und nur leicht klebt, kann es einen spürbaren Unterschied machen. Bei einer älteren Pfanne mit sichtbaren Gebrauchsspuren ist es eher ein letzter Versuch vor der Entscheidung, ob die Pfanne ersetzt werden sollte.
